Licht gegen Farbe: zwei gegensätzliche Systeme
Der Kern des Unterschieds: Bildschirme mischen Licht, Druck mischt Farbe.
- RGB (additiv): Ein Bildschirm strahlt Rot, Grün und Blau ab. Alle drei zusammen ergeben Weiß, keins ergibt Schwarz. Je mehr Licht, desto heller — deshalb kann ein Bildschirm leuchten.
- CMYK (subtraktiv): Auf Papier liegen Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (Key). Jede Farbe schluckt einen Teil des einfallenden Lichts. Alle zusammen ergeben (theoretisch) Schwarz, keine Farbe lässt das weiße Papier durch. Papier kann nicht leuchten — es reflektiert nur.
Aus diesem physikalischen Gegensatz folgt alles Weitere: RGB kann Farben darstellen, die CMYK nicht drucken kann.
Welche Farben verloren gehen
Der CMYK-Druckbereich ist kleiner als der RGB-Bildschirmbereich — vor allem bei leuchtenden, gesättigten Tönen:
- Kräftiges Orange und Neongrün — die auffälligsten Verlierer.
- Sattes, leuchtendes Blau — wird oft violettstichig oder stumpfer.
- Knalliges Pink und intensives Türkis.
Beim Konvertieren nach CMYK werden diese Farben auf den nächstmöglichen druckbaren Ton „zurückgezogen" — sie wirken gedämpfter. Das ist keine schlechte Druckerei, sondern Physik. Der verwandte Zusammenhang bei Bildschirm-Farbräumen steht im Beitrag Farbräume erklärt.
So vermeidest du die Enttäuschung
- Am Bildschirm in CMYK vorschauen. Layout-Programme bieten eine „Softproof"-Ansicht mit dem Druckprofil — dann siehst du die Farbverschiebung, bevor gedruckt wird, und kannst gegensteuern.
- Farben bewusst wählen. Wer weiß, dass gedruckt wird, greift gar nicht erst zu Bildschirm-Neon, sondern zu Tönen, die CMYK sauber wiedergibt.
- Das Druckprofil der Druckerei nutzen. Online-Druckereien stellen ICC-Profile bereit (oft „ISO Coated" o. Ä.). Damit konvertiert und prüft man passgenau.
- Sonderfarben erwägen. Wenn eine exakte Leuchtfarbe zwingend ist (Markenfarbe), gibt es Pantone-/Schmuckfarben — ein eigener Druckgang mit genau dieser Farbe, außerhalb des CMYK-Vierklangs. Kostet extra, trifft dafür.
Muss ich immer selbst konvertieren?
Nein — es kommt auf den Druckweg an:
- Professioneller Offsetdruck: CMYK anliefern, idealerweise mit dem geforderten Profil.
- Online-Druckereien: nehmen häufig RGB an und konvertieren selbst — bequem, aber mit weniger Kontrolle über die Farbverschiebung.
- Heim-Tintenstrahler: RGB senden, der Treiber macht den Rest; hier zählt eher das richtige Papier als der Farbmodus.
Die restlichen Druck-Grundlagen — Auflösung, Formate, Papier — bündelt der Beitrag Bilder für den Druck.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen RGB und CMYK?
RGB (Rot, Grün, Blau) ist additive Farbmischung für Bildschirme — Licht, das zusammen Weiß ergibt. CMYK (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz) ist subtraktive Mischung für Druck — Farbe auf Papier, die Licht schluckt. RGB kann mehr und leuchtendere Farben darstellen als CMYK drucken kann.
Warum werden meine Farben beim Drucken matter?
Weil manche leuchtende RGB-Farben außerhalb des CMYK-Druckbereichs liegen. Kräftiges Orange, Neongrün und sattes Blau lassen sich mit den vier Druckfarben nicht so hell mischen wie ein leuchtender Bildschirm sie zeigt. Beim Konvertieren wird die Farbe auf den nächstmöglichen Druckton reduziert — sie wirkt gedämpfter.
Soll ich selbst nach CMYK konvertieren?
Für professionellen Offsetdruck: ja, mit dem Farbprofil der Druckerei, damit du die Farbverschiebung schon am Bildschirm siehst. Für Online-Druckereien reicht oft RGB, weil sie selbst konvertieren. Wichtig ist vor allem, keine Farben zu erwarten, die CMYK nicht kann.
Gilt das auch für den heimischen Tintenstrahldrucker?
Teilweise. Heimdrucker nehmen meist RGB-Daten an und konvertieren intern über den Druckertreiber. Die Farbraum-Grenze bleibt aber: Was Tinte auf Papier nicht leuchten kann, leuchtet auch hier nicht. Ein gutes Fotopapier und der passende Papiertyp im Treiber machen mehr aus als das Feilen am Farbmodus.
Quellen
International Color Consortium — ICC-Profile · MDN — Farbraum (Glossar).