Die Grundrechnung in einem Absatz
Fotobuch-Anbieter drucken mit rund 250–300 dpi (Punkte pro Zoll). Daraus folgt die einzige Formel, die man braucht: Zentimeter ÷ 2,54 × 250 = benötigte Pixel. Ein Bild, das 20 cm breit gedruckt wird, braucht also rund 2000 Pixel Breite. Alles darüber ist Reserve, deutlich darunter wird sichtbar weich. Die ausführliche Herleitung samt Betrachtungsabstand steht im Beitrag DPI und PPI erklärt — für das Fotobuch reichen die Tabellen hier.
Pixel-Tabelle für gängige Buchformate
Benötigte Bildmaße bei 250 dpi, jeweils für die volle Seite:
| Buchformat | Ganze Seite | Doppelseite (Panorama) |
|---|---|---|
| Klein / quadratisch (≈ 14 × 13 cm) | ≈ 1400 × 1300 px | ≈ 2800 × 1300 px |
| Standard A4 hoch (21 × 28 cm) | ≈ 2100 × 2800 px | ≈ 4200 × 2800 px |
| Groß quer (28 × 21 cm) | ≈ 2800 × 2100 px | ≈ 5500 × 2100 px |
| XL quer (≈ 38 × 29 cm) | ≈ 3700 × 2900 px | ≈ 7400 × 2900 px |
Zur Einordnung: Ein aktuelles Smartphone-Foto hat 4000 × 3000 px oder mehr — Originale reichen also für fast alles bis zur A4-Seite locker. Eng wird es genau an zwei Stellen: bei Doppelseiten und bei Bildern, die keine Originale mehr sind.
Falle 1: Die Doppelseite
Das Panorama über beide Seiten ist das Schmuckstück jedes Fotobuchs — und der häufigste Ort für das Warndreieck, denn es verlangt die doppelte Breite. Dazu kommt der Zuschnitt: Ein 4:3-Foto muss für eine 2:1-Doppelseite oben und unten kräftig beschnitten werden, was zusätzlich Pixel kostet. Vor dem Einplanen lohnt der Blick auf die tatsächlichen Maße — per Rechtsklick → Eigenschaften oder mit dem Bild-Info-Tool. Und beim Fotografieren im nächsten Urlaub: Der Panorama-Modus des Handys liefert Doppelseiten-Material frei Haus.
Falle 2: Bilder, die keine Originale mehr sind
Das Warndreieck trifft fast nie die eigenen Kamera-Fotos — sondern die Bilder aus zweiter Hand:
- WhatsApp-Versionen: auf Messenger-Maß heruntergerechnet — reicht knapp für ein kleines Bild im Layout, nicht für die halbe Seite. Für Gruppenfotos vom Fest die Absender bitten, die Originale als Dokument zu schicken (so geht das).
- Geteilte iCloud-Alben: liefern maximal 2048 px — für Bildschirme gedacht, nicht für den Druck. Die Originale beim Besitzer anfragen; mehr dazu im Beitrag Hochzeitsfotos teilen.
- Social-Media-Downloads:Instagram & Co. rechnen auf rund 1080 px herunter — Notnagel für Briefmarken-Größe, mehr nicht.
- Screenshots von Fotos: haben nur Bildschirm-Auflösung und oft Interface-Reste am Rand. Immer das Foto selbst besorgen.
Was du vor dem Fotobuch-Editor NICHT tun solltest
So gern wir hier Kompressions-Tools empfehlen — fürs Fotobuch werden Bilder nicht vorab verkleinert oder komprimiert. Web-Optimierung und Druck-Vorbereitung sind Gegenspieler: Fürs Web zählt jedes Kilobyte, für den Druck jedes Pixel. In den Fotobuch-Editor gehören die unangetasteten Originale; um Verkleinern fürs Hochladen kümmert sich die Anbieter-Software selbst, und zwar passend zur bestellten Druckgröße. Die einzige sinnvolle Vorarbeit am Bild selbst: Horizont geradeziehen und grob zuschneiden — beides kostet kaum Pixel und spart Zeit im Editor.
Die 10-Minuten-Vorbereitung
- Bildauswahl in einen Ordner kopieren — Originale, nicht Messenger-Fassungen (Faustregel: Dateien unter 1 MB sind verdächtig).
- Kandidaten für Cover und Doppelseiten benennen und deren Pixelmaße gegen die Tabelle oben prüfen.
- Zu knappe Bilder ersetzen oder kleiner einplanen — ein scharfes halbseitiges Bild schlägt jede matschige Doppelseite.
- Hochkant/Quer sortieren: ein Buch im Querformat und lauter Hochkant-Fotos ergeben viele Beschnitt-Kompromisse — die Format-Mehrheit der Bilder darf ruhig das Buchformat mitentscheiden.
Wer nach dem Fotobuch noch einzelne Bilder als Poster drucken will: Die Rechnung dafür — inklusive der Frage, ab wann der Betrachtungsabstand niedrigere dpi verzeiht — steht im Beitrag Reicht mein iPhone-Foto zum Drucken?
Quellen
CEWE — Hilfe und Druckqualität · Apple — Geteilte Alben: Auflösungen.