Wichtig vorab: Seit 2025 werden in Deutschland Lichtbilder für Personalausweis und Reisepass digital und manipulationssicher in der Behörde oder über zertifizierte Anbieter erfasst. Ein zu Hause gemachtes Papierfoto wird dafür in der Regel nicht mehr angenommen. Dieser Beitrag hilft für alle anderen Zwecke — Bewerbungen, Kundenkarten, Visa-Anträge mancher Länder, Vereins- und Firmenausweise — und erklärt, wie ein biometrisch korrektes Foto überhaupt aussieht.
Die Maße: 35 × 45 mm, und der Kopf ist entscheidend
Das deutsche Passbild-Format ist 35 × 45 mm im Hochformat. Der am häufigsten übersehene Wert ist die Kopfhöhe: Von der Kinnspitze bis zum Scheitel soll der Kopf etwa 32–36 mmeinnehmen — also rund 70–80 % der Bildhöhe. Die Augen liegen im oberen Drittel. Zu klein (verlorener Kopf im Bild) und zu groß (angeschnittener Scheitel) sind die zwei klassischen Zuschnitt-Fehler.
Die Anforderungen im Überblick
| Kriterium | Vorgabe |
|---|---|
| Format | 35 × 45 mm, Hochformat |
| Kopfhöhe | ca. 32–36 mm (Kinn bis Scheitel) |
| Ausdruck | neutral, Mund geschlossen, kein Lächeln |
| Blick | frontal in die Kamera, Kopf gerade |
| Hintergrund | einfarbig, hell, neutral, ohne Schatten |
| Beleuchtung | gleichmäßig, keine Schatten im Gesicht/hinter dem Kopf |
| Augen | offen, sichtbar, keine Brillenreflexe/-verdeckung |
So fotografierst du zu Hause richtig
- Hintergrund: glatte, helle Wand, Person mit rund einem Meter Abstand davor (damit keine Schlagschatten auf die Wand fallen).
- Licht: weiches Tageslicht von vorne, idealerweise von zwei Seiten, damit keine einseitigen Schatten entstehen. Kein direkter Blitz — der erzeugt harte Schatten und rote Augen.
- Position: Kamera auf Augenhöhe, gerade — nicht von oben oder unten. Etwas Abstand halten und heranzoomen bzw. später zuschneiden, damit das Gesicht nicht durch Weitwinkel verzerrt wird.
- Ausdruck: neutral, Mund geschlossen, Augen offen, Kopf gerade, beide Ohren möglichst frei (je nach Zweck).
Zuschneiden auf 35 × 45 mm
Nach der Aufnahme wird das Bild auf das Verhältnis 35:45 gebracht — mit dem Zuschneide-Tool ein eigenes Verhältnis setzen und den Kopf so positionieren, dass er die geforderte Höhe einnimmt und die Augen im oberen Drittel liegen. Für den Druck das Ergebnis mit ausreichender Auflösung (300 dpi bei 35 × 45 mm ≈ 413 × 531 px) exportieren. Läuft browser-lokal — dein Porträt verlässt den Rechner nicht.
Die häufigsten Ablehnungsgründe — und ihre Fixes
- Falsche Kopfhöhe → sorgfältig auf 32–36 mm zuschneiden.
- Schatten hinter dem Kopf → mehr Abstand zur Wand, Licht von vorn.
- Nicht-neutraler Ausdruck → Mund entspannt schließen, nicht lächeln.
- Brillenreflexe → Licht seitlich versetzen, Brille leicht neigen oder abnehmen.
- Gemusterter/dunkler Hintergrund → einfarbig hell wählen.
Abgrenzung zum Bewerbungsfoto
Ein biometrisches Passfoto ist bewusst nüchtern und normiert — ein Bewerbungsfoto darf und soll dagegen Persönlichkeit zeigen (leichtes Lächeln, Kleidung, etwas freundlichere Anmutung). Verwechsle die beiden nicht. Die Maße und Regeln fürs Bewerbungsfoto stehen im eigenen Beitrag Bewerbungsfoto: Größe und Format.
Häufige Fragen
Welche Maße hat ein biometrisches Passfoto?
In Deutschland 35 × 45 mm (Hochformat). Der Kopf muss von Kinn bis Scheitel etwa 32–36 mm hoch sein, also rund 70–80 % der Bildhöhe einnehmen. Die Augen liegen im oberen Drittel. Diese Kopfhöhe ist der am häufigsten verfehlte Wert.
Darf ich mein Passfoto selbst machen?
Für viele Zwecke ja — solange es die biometrischen Anforderungen erfüllt. Wichtig: Seit 2025 werden Passfotos für Ausweis und Reisepass in Deutschland digital und manipulationssicher erfasst; reine Papierfotos von zu Hause werden dafür in der Regel nicht mehr akzeptiert. Für Bewerbungen, Kundenkarten und viele andere Zwecke ist das Selbermachen weiter üblich.
Was sind die häufigsten Ablehnungsgründe?
Falsche Kopfgröße im Bild, Schatten im Gesicht oder hinter dem Kopf, lächelnder oder nicht neutraler Ausdruck, Reflexe auf der Brille, zu dunkler oder gemusterter Hintergrund und angeschnittener Kopf. Die meisten davon lassen sich mit gutem, gleichmäßigem Licht und richtigem Zuschnitt vermeiden.
Welcher Hintergrund ist richtig?
Ein einfarbiger, heller, neutraler Hintergrund (hellgrau bis weiß) ohne Muster und ohne Schlagschatten. Eine glatte weiße Wand mit etwas Abstand zur Person (damit keine Schatten darauf fallen) funktioniert gut.
Hinweis: Anforderungen und die Regeln zur digitalen Erfassung können sich ändern und je nach Behörde und Verwendungszweck unterscheiden. Verbindlich sind die Vorgaben der ausstellenden Stelle.
Quellen
Bundesdruckerei — Ausweisdokumente · Bundesministerium des Innern.