PNG ist nicht gleich PNG
PNG hat den Ruf, groß zu sein — aber das gilt nur für eine seiner Varianten. In Wahrheit gibt es (vereinfacht) zwei Sorten, die sich in der Dateigröße drastisch unterscheiden, obwohl beide verlustfrei sind:
- PNG-24 — volle Farbtiefe, 16,7 Millionen Farben pro Pixel. Nötig für Fotos und feine Verläufe. Groß.
- PNG-8 — indexierte Palette mit maximal 256 Farben. Ideal für Logos und Grafiken. Winzig.
Wer ein Logo als PNG-24 speichert, obwohl es aus fünf Farben besteht, verschenkt das Zehnfache an Dateigröße.
Wie indexierte Farben funktionieren
Der Trick von PNG-8 ist eine Farbtabelle (Palette). Statt für jeden Pixel die komplette Farbe zu speichern (drei Bytes für Rot, Grün, Blau), legt PNG-8 eine Liste mit bis zu 256 Farben an und speichert pro Pixel nur eine Nummer — den Index in dieser Liste. Ein Pixel braucht dann statt drei Bytes nur ein einziges (oder weniger). Bei einem Logo mit acht Farben ist das eine gewaltige Ersparnis, ohne dass sich am Aussehen etwas ändert.
Die Grenze ist die 256: Sobald ein Bild mehr Farben braucht (jedes Foto hat tausende), reicht die Palette nicht, und man muss zu PNG-24 greifen — sonst entstünde Banding (siehe Bittiefe und Banding).
Wann PNG-8, wann PNG-24?
| Bildtyp | Farben | Empfehlung |
|---|---|---|
| Logo, Icon | wenige | PNG-8 (winzig) |
| Diagramm, Grafik mit Flächen | wenige–mittel | PNG-8 |
| Screenshot mit Text (wenig Foto) | mittel | PNG-8 testen |
| Screenshot mit Foto-Anteil | viele | PNG-24 oder WebP |
| Foto, Verlauf | tausende | PNG-24 (oder besser JPG/WebP) |
Faustregel: Wenige Flächenfarben → PNG-8. Fotografische Inhalte → PNG-24 (oder gleich ein verlustbehaftetes Format, wenn es ein Foto ist).
Der Transparenz-Vorbehalt
PNG-8 kann Transparenz, klassisch aber nur als „ganz durchsichtig oder ganz deckend" — ohne die feinen Zwischenstufen, die weiche Kanten und Schatten brauchen. Für ein Logo mit harten Kanten reicht das oft; für ein freigestelltes Motiv mit weichem Rand ist PNG-24 mit vollem Alpha-Kanal die sichere Wahl, sonst werden die Ränder treppig. Wie Transparenz technisch funktioniert, erklärt der Beitrag Alpha-Kanal und Transparenz.
In der Praxis
Viele Bild-Editoren bieten beim PNG-Export die Wahl zwischen „PNG-8" und „PNG-24" (oder „256 Farben" vs. „Millionen Farben"). Der Test lohnt immer: Ein Logo einmal als PNG-8 speichern und mit dem Original vergleichen — sieht es gleich aus (meistens ja), hat man die Datei drastisch verkleinert. Für Fotos bleibt PNG generell die falsche Wahl; dort gewinnt ein verlustbehaftetes Format (siehe JPG vs PNG).
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen PNG-8 und PNG-24?
PNG-8 nutzt eine indexierte Farbpalette mit maximal 256 Farben — sehr kompakt, ideal für Logos, Icons und Grafiken mit wenigen Farben. PNG-24 speichert volle 16,7 Millionen Farben pro Pixel — nötig für Fotos und feine Verläufe, aber deutlich größer. Beide sind verlustfrei.
Was bedeutet 'indexierte Farben'?
Statt für jeden Pixel die volle Farbe zu speichern, legt PNG-8 eine Palette (Farbtabelle) mit bis zu 256 Farben an und speichert pro Pixel nur die Nummer der Farbe in dieser Tabelle. Das spart enorm Platz, funktioniert aber nur, wenn das Bild mit 256 Farben auskommt.
Wann sollte ich PNG-8 verwenden?
Bei Logos, Icons, einfachen Grafiken, Diagrammen und Screenshots mit wenigen Flächenfarben. Dort reichen 256 Farben locker, und PNG-8 kann die Datei gegenüber PNG-24 auf ein Bruchteil schrumpfen — bei identischem Aussehen.
Kann PNG-8 Transparenz?
Ja, aber begrenzt: PNG-8 unterstützt Transparenz, klassisch nur ganz-oder-gar-nicht (ein Pixel ist durchsichtig oder deckend), moderne Encoder erlauben auch Alpha in der Palette. Für weiche, halbtransparente Kanten mit vielen Abstufungen ist PNG-24 mit vollem Alpha-Kanal die sichere Wahl.